Wie ich auf den Hund – nein – die Stoffwindeln gekommen bin…

...und sich daraus eine Leidenschaft entwickelt hat

Unseren ersten kleinen Igelpo habe ich konsequent mit WWW (Wegwerfwindeln) namenhafter Hersteller gewickelt – einfach weil ich es nicht besser wusste, ich ein ganz falsches Bild von Stoffwindeln hatte und ich mir damals – ehrlich gesagt –  auch nichts anderes vorstellen konnte.

 

Bei Igelpo Nummer 2 bin ich dann schon konsequent auf sogenannte „Ökowindeln“ umgestiegen. Immer noch WWW, aber immerhin zum Teil biologisch abbaubar und ohne irgendwelche Zusatzstoffe für den kleinen Igelpo.

 

Als ich dann mit Igelpo Nummer 3 schwanger war und endlich die zu mir passende Hebamme gefunden hatte, stellte sie mir einfach die Frage, warum ich eigentlich nicht mit Stoffwindeln wickeln würde.

 

Meine Neugier war geweckt und außerdem reizte es mich, beim 3. Igelpo noch einmal etwas Neues auszuprobieren. Ich begann mich online zu informieren – war allerdings ziemlich schnell erschlagen von der Unübersichtlichkeit und Vielfalt des Stoffwindelmarktes. Es gab einfach so viele verschiedene Systeme, Marken und kryptischen Abkürzungen und „Fachvokabular“, sodass mir einfach der Überblick fehlte. Spätestens beim Thema Waschen und teuren Spezialwaschmitteln bin ich damals ziemlich frustriert ausgestiegen. Das hatte ich einfach nicht erwartet und mir ehrlich gesagt auch wesentlich einfacher vorgestellt. Und so legte ich das Unterfangen wieder auf Eis – die Tage gingen ins Land und unser 3. Igelpo wurde geboren. Wieder war es meine Hebamme, die mir einen Anschubser gab – es gab auch ein System, mit dem ich (immer noch neugierig) schon etwas geliebäugelt hatte – ich traute mich nur nicht komplettes Neuland zu betreten: Wir haben 3 Kinder und in 4 Monaten wollte/ musste ich wieder im Büro sein.

 

Von daher konnten und wollten mein Mann und ich die Entscheidung nur gemeinsam fällen. Frei nach dem Motto: „Mitgefangen – mitgehangen.“

Auch die Frage nach der Investition beschäftigte mich – schließlich ging es um mehrere hundert Euro. Als Kauffrau fragte ich mich schon, ob diese rentabel angelegt wären. Oder ob wir mit WWW nicht doch deutlich günstiger kommen würden. Kurz nachgerechnet stellte sich allerdings ziemlich schnell heraus, dass dies nicht der Fall sein würde.

 

Ein weiteres Thema war das Durchhaltevermögen: War es nur ein Experiment oder würden wir das durchhalten? Ein kurzer Blick auf den Gebrauchtmarkt verliert uns, dass das Risiko überschau war. Selbst wenn wir nach ein paar Wochen wieder aufgeben würden, wäre ein Totalverlust sehr unwahrscheinlich.

 

Doch was trieb es uns letztendlich an es zu probieren? Während es bei mir die Neugier und der Ehrgeiz war etwas Neues auszuprobieren und weniger ausgelaufene Windeln als bei den beiden Kindern zuvor zu haben, setzte mein Mann eher auf die Müllreduktion und Umweltbewusstsein.

 

Einig waren wir uns jedoch in zwei Dingen: einfach zu handhaben mussten die Windeln  sein und so wenig wie möglich zusätzliche Wäsche produzieren.

Als unsere Hebamme uns dann auch noch einen Kontakt zu einer Familie in der Nähe vermittelte, die das gleiche System benutzte, wagten wir es.

An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an Caro, die mich durch die ersten Wochen mit den Stoffis via Handy gelotst hat.

 

Nachdem sich nach ein paar Wochen alles eingespielt hatte und ich den Stoffis auch allmählich nachts vertraute, wurde ich mutig: ich las und probierte mich und mein Kind kreuz und quer durch den Stoffwindelmarkt – und das tue ich ich auch immer noch leidenschaftlich gerne – allerdings zum Leidwesen unserer Haushaltskasse 😉

 

Mittlerweile wickeln wir (mein Mann, die KiTa!!!  und ich) unser Kind Vollzeit mit Stoff – egal ob zu Hause, unterwegs, in der KiTa, bei den Großeltern oder am Strand im Urlaub.

 

Alle Hoffnungen haben sich erfüllt: es ist einfach, wir haben deutlich weniger Müll und keine ausgelaufenen Windeln mehr (spart Wäsche). Und eine 8kg Maschine Wäsche mehr in der Woche fällt bei einem 5 Personen Haushalt mit „viel draußen sein Kindern“ auch nicht wesentlich ins Gewicht.

 

Und als wir neulich ein paar Tage im Krankenhaus waren und mit WWW wickeln mussten, merkte ich, wie sehr ich die Stoffis an unserem kleinen Igelpo vermisste…